Warum es sinnvoll ist, aktiv zu sein

Sport und Neurodermitis

Sport ist gesund – auch bei Neurodermitis?

NeurodermitisChronisch oder chronisch-wiederkehrende entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft und sich durch Rötungen und Juckreiz äußert. wirkt sich auf sämtliche Lebensbereiche aus1, ein Grund, um auf sportliche Aktivitäten zu verzichten, ist sie aber sicher nicht. Ganz im Gegenteil! Ebenso wie bei Nicht-Betroffenen gilt auch hier: Sport ist gesund und hat auch bei NeurodermitisChronisch oder chronisch-wiederkehrende entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft und sich durch Rötungen und Juckreiz äußert. zahlreiche positive Effekte auf die Haut:2

  • Bewegung regt die Durchblutung, den Stoffwechsel und die Versorgung der Hautzellen mit Nährstoffen an. Auf diese Weise kann die Haut ihre natürliche Schutzbarriere rascher erneuern.
  • Regelmäßiger Ausdauersport stärkt das Herz-Kreislauf-System.
  • Blutfett- und Blutzuckerspiegel werden positiv reguliert.
  • Beim Sport werden „Glückshormone“ (Endorphine) ausgeschüttet, die das seelische Wohlbefinden steigern. Gleichzeitig wird Stress abgebaut, der einen wesentlichen Triggerfaktor von Neurodermitis-Schüben darstellt.
  • Zudem lassen sich soziale Kontakte knüpfen und pflegen. Besonders Kinder mit Neurodermitis profitieren von Sport und Spiel: Es lenkt sie vom Juckreiz ab, lässt sie ihre Sorgen aufgrund von sozialer Ausgrenzung oder Mobbing für einen Moment vergessen.3

Welche Sportarten eignen sich besonders?

Die Haut von Menschen mit Neurodermitis ist aufgrund einer mangelhaften Schutzbarriere meist trocken, rissig und anfällig für Keime und Bakterien. Um deiner Haut nicht zu schaden, solltest du bei der Wahl deiner Aktivität deshalb einige Aspekte berücksichtigen, denn manche Sportarten eignen sich besser als andere:2

  • Triggerfaktor SchweißFeuchtigkeit und die im Schweiß enthaltenen Salze reizen die Haut und können vermehrt zu Juckreiz und Entzündungen führen.
  • Mit Wasser sparsam umgehen: Jeder Kontakt mit Wasser entzieht der Haut Feuchtigkeit. Gechlortes Wasser kann darüber hinaus zu allergischen Reaktionen führen und die Haut zusätzlich austrocknen.
  • Allergien und äußere Faktoren berücksichtigen: Menschen mit Pollenallergie sollten im Frühling Alternativen zur Joggingrunde durch Wald und Wiesen suchen. Für Personen mit Asthma macht es Sinn, im Winter bei Minusgraden eher aufs Laufband zu steigen statt draußen zu laufen.
  • Mechanische Reizungen vermeiden: Sportarten mit viel Körpereinsatz können vermehrt zu mechanischen Reizungen und Hautverletzungen führen. Bakterien und Keime haben nun ein umso leichteres Spiel, in die ohnehin schon vorgeschädigte Hautbarriere einzudringen.

Romina Lass ist studierte Fitness-Ökonomin, arbeitet in einer Tanzschule und leidet selbst seit ihrer Geburt an NeurodermitisChronisch oder chronisch-wiederkehrende entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft und sich durch Rötungen und Juckreiz äußert.. Sport war schon immer ihre große Leidenschaft. Deshalb ließ sie sich dabei nicht von ihrer NeurodermitisChronisch oder chronisch-wiederkehrende entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft und sich durch Rötungen und Juckreiz äußert. ausbremsen. Dazu besteht ihrer Meinung nach auch gar kein Grund:

„Wer keine Lust auf Sport hat, der findet immer eine Ausrede. Die Neurodermitis ist aber sicher kein Grund, um gänzlich auf Sport zu verzichten. Man kann bei z.B. allem, was man tut, Tempo und Intensität ein wenig herunterschrauben, sodass man nicht so sehr ins Schwitzen kommt. Langsames Joggen, Walking, Yoga, Pilates oder auch Radfahren sind beispielsweise gute Alternativen zu einem schweißtreibenden High-Intensity-Intervall-Training. Nach dem Workout sollte man möglichst schnell duschen, um den Schweiß abzuwaschen und die Haut danach entsprechend zu pflegen. Und wenn ein akuter Schub einen mal daran hindert, zum Sport zu gehen, ist das kein Weltuntergang. Wenn alles überstanden ist, geht es eben weiter.

Romina Lass, ADTV-Tanzlehrerin und Neurodermitis-Betroffene

Funktionelle Sportbekleidung – worauf kommt es an?

Das Thema Kleidung stellt für viele Patient*innen eine ganz besondere Herausforderung dar. Denn es gibt einige Stoffe und Fasern, die leicht zu Hautirritationen und dadurch zu vermehrtem Juckreiz führen können. Glatte Baumwolle oder Seide gelten wegen ihrer guten Hautverträglichkeit als Favoriten, in der Sportabteilung sucht man danach allerdings vergeblich. Polyester und Co. sind hier wesentlich häufiger anzutreffen. Was zieht man als Person mit NeurodermitisChronisch oder chronisch-wiederkehrende entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft und sich durch Rötungen und Juckreiz äußert. also am besten beim Sport an?

Warum Funktionskleidung beim Sport wichtig ist

Gute Funktionskleidung sollte grundsätzlich atmungsaktiv sein, ausreichend Bewegungsfreiheit, einen hohen Tragekomfort und eine gute Wärmeisolation bieten, vor Wind und Wetter schützen sowie schnell trocknen. Nicht zu empfehlen sind eng anliegende Baumwoll-Textilien, weil sie sich mit Schweiß vollsaugen und dann auf der Haut kleben.

Mittlerweile gibt es sehr gute Materialien, die beispielsweise dank einer speziellen Webtechnik Schweiß besonders gut nach außen transportieren. Doch auch die beste Funktionskleidung kann nur dann ihr Potenzial voll entfalten, wenn sie gut abgestimmt ist auf klimatische Bedingungen, die jeweilige Aktivität und nicht zuletzt auch auf die restliche Bekleidung. Was viele unterschätzen: Eine ganz entscheidende Rolle spielt die Unterwäsche . Für Patient*innen mit NeurodermitisChronisch oder chronisch-wiederkehrende entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft und sich durch Rötungen und Juckreiz äußert. gibt es in diesem Bereich spezielle Textilien, die antimikrobiell wirkende Silberfäden enthalten. Diese haben nachweislich positive Effekte auf Juckreiz und Hautbild.4

„Auch wenn eng anliegende Kleidung eigentlich nicht empfehlenswert ist, gibt es Situationen, in denen genau das hilfreich ist. Mein Hautarzt hat mir empfohlen, beim Sport unter den eigentlichen Sportklamotten enge Kleidung zu tragen – insbesondere dann, wenn der Juckreiz mal wieder kaum auszuhalten ist. Durch die enge Kleidung ist es für mich schwieriger, an meine Haut zu gelangen und mich zu kratzen."

 Rominas Profi-Tipp gegen hartnäckigen Juckreiz beim Sport

Wer unangenehmes Scheuern von Nähten und Waschhinweisen vermeiden will, kann die Schilder übrigens einfach heraustrennen oder die Unterwäsche auf links drehen. Letztlich gilt: um die Sportbekleidung zu finden, in der du dich rundum wohlfühlst, solltest du ruhig verschiedene Stoffe und Hersteller ausprobieren, denn jede Haut reagiert anders.

Runter von der Couch! Rominas Tipps für einen aktiven Alltag

  • Mach dir keinen Druck: Um seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun, muss niemand zur/m Leistungssportler*in werden. Es genügt schon, ein paar regelmäßige Bewegungseinheiten in den Alltag zu integrieren.
  • Weniger ist mehr: Gerade dann, wenn Sport bisher nicht zu deinem Leben dazugehörte, solltest du langsam anfangen. Wer seine Ziele zu hoch steckt, überfordert sich und verliert schnell die Lust am Sport.
  • Sei offen: Um herauszufinden was dir guttut, solltest du ruhig verschiedene Sportangebote ausprobieren. Frag am besten einfach bei einem Fitness-Studio oder Sportverein in deiner Nähe nach.
  • Gemeinsam macht es mehr Spaß: Sport in der Gruppe erleichtert es dir, Kontakte zu knüpfen – ggf. auch mit anderen Neurodermitis-Betroffenen. Vielleicht möchtest du auch gemeinsam mit einer Freundin/einem Freund aktiv werden. Das hat den Vorteil, dass ihr euch gegenseitig motivieren könnt.
  • Den inneren Schweinehund überwinden: Jeder hat mal Tage, an denen er sich einfach nicht aufraffen kann. Versuche, dich zu motivieren, indem du an das gute Gefühl nach dem Workout denkst.
  • Ohne Schweiß kein Preis? Von wegen! Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie du aktiv sein kannst, ohne übermäßig zu schwitzen. Manchmal hilft es schon, Tempo und Intensität zu reduzieren.
  • Kleider machen Leute: Wichtiger als die Optik ist allerdings besonders beim Sport die Funktionalität. Am besten trägst du atmungsaktive Sportkleidung, die den Schweiß gut abtransportiert und schnell trocknet. Im Sommer solltest du bei Sport im Freien zu UV-Schutzkleidung greifen.
  • Duschen nicht vergessen: Nach dem Workout begibst du dich am besten zügig unter die Dusche. Dabei gilt: nicht heißer als 35 Grad Celsius, nicht länger als 10 Minuten und mit geeigneten Reinigungsprodukten, die auf deine Haut abgestimmt sind. Nach dem Duschen eincremen nicht vergessen!

        

In deiner Haut steckt niemand geringeres als du selbst und zwar dein ganzes Leben lang. Umso wichtiger ist es, dass du dich darin so wohl wie möglich fühlst – trotz Neurodermitis. Heute gibt es gute Möglichkeiten, dies zu erreichen. Warum sich also mit weniger zufriedengeben? Sprich mit deiner Hautärztin bzw. deinem Hautarzt!

Quellen

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